Ein Ort der Erinnerung, der Begegnung

und der gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft.

Das Haus Lebenstein

Ein Ort mit Geschichte und Auftrag

Das Haus Lebenstein versteht sich als ein sogenannter Dritter Ort – ein öffentlicher Raum zwischen Zuhause und Arbeitsplatz, der Menschen zusammenbringt. Hier geht es um Begegnung, Austausch und gemeinsames Engagement.

 

Wir fördern kulturellen Dialog, Vernetzung und kreatives Miteinander. Offenheit, demokratische Gesprächskultur und Teilhabe stehen dabei im Mittelpunkt unserer Arbeit. Jeder ist eingeladen, sich einzubringen, zuzuhören und voneinander zu lernen.

 

Das Haus soll ein Raum sein, in dem unterschiedliche Generationen, Perspektiven und Erfahrungen aufeinandertreffen – und gemeinsam Zukunft gestalten.

Die ehemalige Synagoge in Epe

Das Haus Lebenstein befindet sich in der ehemaligen Synagoge der jüdischen Gemeinde Epe. Das Gebäude wurde 1907 errichtet und war über viele Jahre ein wichtiger religiöser und gesellschaftlicher Ort für die jüdische Gemeinschaft im Dorf.

 

Während der nationalsozialistischen Verfolgung wurde das jüdische Leben in Epe zerstört. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge verwüstet. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und für unterschiedliche Zwecke genutzt.

 

Erst durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie des Förderkreises Alte Synagoge Epe e. V. rückte die historische Bedeutung des Gebäudes wieder stärker in den Mittelpunkt.

2018 wurde die ehemalige Synagoge unter Denkmalschutz gestellt und bauhistorisch untersucht. Heute sind Spuren der unterschiedlichen Nutzungsphasen bewusst sichtbar geblieben.

 

Mit dem Haus Lebenstein wird das Gebäude nicht rekonstruiert, sondern als authentischer Ort weitergeführt – als Raum, der Geschichte sichtbar macht und gleichzeitig offen ist für Gegenwart und Zukunft.

Bild: Copyright Förderkreis Alte Synagoge Epe e. V.

Wie das Haus zu seinem Namen kam

Der Name Lebenstein ist eng mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Epe verbunden.

Am 4. Juli 1876 kam der Name Lebenstein nach Epe, als Jacob Lebenstein aus Lembeck die Eperin Jette Weyl heiratete. Die Familie lebte viele Jahre im Dorf und war Teil des lokalen Lebens.

 

1907 stiftete Salomon Lebenstein, der älteste Sohn der Familie, das Grundstück für den Bau der Synagoge an der Wilhelmstraße. Damit legte er den Grundstein für das religiöse Zentrum der jüdischen Gemeinde in Epe.

 

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Familie Lebenstein – wie viele andere jüdische Familien – verfolgt, deportiert und ermordet. Damit endete die jahrzehntelange Geschichte der Familie Lebenstein in Epe.

 

Der Name Haus Lebenstein erinnert heute bewusst an diese Geschichte und macht sichtbar, dass jüdisches Leben ein Teil der Geschichte dieses Ortes ist.

Das Motto des Hauses lautet:
„Wo Begegnung lebendig wird.“

Erinnerung bewahren. Zukunft gestalten.

Das Haus Lebenstein möchte Geschichte nicht nur bewahren, sondern aktiv vermitteln.
Im Mittelpunkt steht die Erinnerungskultur und die Aufklärungsarbeit – insbesondere gegen Antisemitismus. Gleichzeitig soll hier ein Raum entstehen, in dem Begegnung selbstverständlich ist.

Ziel ist es:

Begegnungen zu ermöglichen

Demokratische Werte zu stärken

Gesellschaftlichen Dialog zu fördern

Bildungsangebote zu schaffen

Erinnerung lebendig zu halten

Das Haus ist ein Raum für Gespräche, Perspektivwechsel und gemeinsames Lernen.

Getragen von Engagement und Partnerschaft

Das Projekt wird von vier Hauptpartnern getragen.
Darüber hinaus engagiert sich ein Förderkreis ehrenamtlich für Organisation, Veranstaltungen und Weiterentwicklung.

Dieses Engagement bildet das Fundament des Hauses – heute und in Zukunft.

Förderkreis Alte Synagoge e.V.

Der Förderkreis Alte-Synagoge-Epe e.V. spielt eine zentrale Rolle als Initiator und Impulsgeber für die Schaffung des Dritten Ortes „Synagoge Epe“. Hervorgegangen aus dem Heimatverein Epe, setzt sich der Förderkreis dafür ein, die ehemalige Synagoge zu erhalten und kulturell zu nutzen, um an jüdisches Leben zu erinnern und interkulturelle Verständigung zu fördern.

 

Neben dem Erhalt des Gebäudes ist die Bildungs- und Aufklärungsarbeit, insbesondere die Erforschung und Vermittlung jüdischer Geschichte sowie die Organisation von Gedenkveranstaltungen, eine der Hauptaufgaben des Förderkreises.

Bürgerstiftung Gronau

Die Bürgerstiftung Gronau fördert Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales und Sport finanziell und unterstützt lokale Initiativen. Durch ihr Engagement verbessert sie die Lebensqualität, insbesondere für Kinder und Jugendliche, durch Bildungs- und Integrationsprojekte.

 

Die Stiftung hat in Epe die Georgs Galerie eröffnet, einen Kunst- und Kulturort, der potenziell eng mit der Synagoge kooperieren wird. Die räumliche Nähe und die ebenfalls jüdische Geschichte von Georgs Galerie begünstigen eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Grenzenlos e.V.

Der Verein Grenzenlos e.V. fördert mit dem soziokulturellen Zentrum, dem Café Grenzenlos in Gronau, Integration und kulturellen Austausch durch Veranstaltungen und bietet insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund eine Plattform. Der Verein plant Veranstaltungen, die die Herkunftskulturen der Teilnehmer vorstellen.

 

In der Konzeption des Dritten Ortes ergänzt Grenzenlos e.V. das Angebot der Synagoge durch seine integrativen und sozialen Aktivitäten, sowie durch sein Netzwerk und Veranstaltungsportfolio und empfiehlt sich als hervorragender Partner.

Kulturbüro Gronau GmbH

Die Kulturbüro Gronau GmbH übernimmt die Projektkoordination. Hier laufen die Netzwerkaktivitäten zusammen, und von hier aus werden die Beteiligungsprozesse organisiert und durchgeführt. Die zentrale Funktion des kommunalen Kulturbüros besteht darin, die Synagoge Epe als Haus für Kultur und Begegnung zu entwickeln und die Ehrenamtlichen sowie Bürger:innen bei der Gestaltung ihres Dritten Ortes zu begleiten.

 

Die Kulturbüro Gronau GmbH unterstützt dabei mit ihrer Expertise als Kulturorganisatorin und Entwicklerin von Bildungs- und Vermittlungsprojekten im Rahmen der kulturellen Bildung.

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Das Haus Lebenstein lebt von Begegnung und Beteiligung.
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